Umbau Ödlishof, Beinwil
Auftraggeber:
Rita & Lorenz Bussmann-Pfister, Beinwil (Freiamt)
Planung:
05/12 - 06/13
Realisierung:
07/13
Kubikmeter:
2'034 m³ (SIA 416)
Hauptnutzfläche:
348 m²
Nutzung:
Wohnen
Konstruktion:
Massivbau
Baustandard:
konventionell

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Das bäuerliche Gebäudeensemble Ödlishof liegt am Dorfrand von Beinwil (Freiamt) und ist topografisch erhöht. Der herrschaftliche Ausdruck des Wohnstockes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts versinnbildlicht die Wichtigkeit der Anlage für das ganze Dorf. Der Hof besteht aus einem Wohnhaus und einem Ökono-miegebäude. Der über einem Kellersockel aufgeführte verputzte Mauerbau, ist mit einem Giebeldach einge-deckt. Die streng axial angeordneten Fenster-öffnungen und die straffe Symmetrie entsprechen der kassizistisch-biedermeierlichen Architekturauffassung nach Zweck-mässigkeit und Zurückhaltung. Der Treppenhausrisalit auf der Nordseite beherbergt den Eingang. Vor der Südfassade wurde eine Gartenanlage angelegt, um die Wichtigkeit des Hauses zu zeigen. Das Wohnhaus hat zwei Wohngeschosse, ein Kellergeschoss mit Garten-zugang und einen Estrich. Eine Besonderheit ist der Gewölbekeller auf der Ostseite des Gartengeschosses, welcher riesige Holzfässer für Obst beherbergte. Die Bauherrschaft hat die Anlage im Frühjahr 2012 gekauft und unter grossem persönlichen Einsatz bis Mitte 2015 saniert, um- oder neugebaut. Die landwirtschaftliche Nutzung ist einer Wohnnutzung gewichen. Für die Autos wurde unter dem Zufahrtsweg der Hocheinfahrt eine Garage eingegraben. Ausser dem grossen Tor, ist wenig vom Volumen zu erkennen. Das Wohnhaus mit der Gebäudegruppe ist im kantonalen Inventar als „erhaltenswert“ eingestuft. Diese Einstufung ermöglichte uns, in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege, bei zwei bestehenden Wohngeschossen die Anforderungen des eigentlich geltenden Energiegesetzes zu umgehen. Nur die neuen Räume im Garten- und Dachgeschoss (Estrich) mussten gedämmt werden. Diese Regelung ermöglichte den Erhalt von Innentäfer oder gestattete das Freilegen der Natursteinwände. Anderseits konnte die differenzierte Fassadenstruktur mit den prägenden Eichengewänden und den Fensterjalousien erhalten bleiben. Ausser dem modernen Windfang aus anthrazitfarbenem Fertigbeton, blieb das Wohnhaus unverändert. Auch die Zimmerstruktur wurde beibehalten. Im Dachgeschoss (früher Estrich) entstand unter dem neu gedämmten Dach eine loftartige Schlaf- und Arbeitslandschaft, die mit Nasszellen- und Schrankboxen strukturiert wurde. Im ganzen Haus sind nachhaltige Materialien verbaut. Handgeformte Fliesen, Sandsteinbeläge, warmgewalzer verzunderte Stahl und schöne Holzeinbaumöbel prägen das Bild. Verkleidungen oder Türen wurden aufwändig sandgestrahlt, die Putzflächen erneuert. Eine zurück-haltende Lichtplanung belegt die Vision eines modernen Lebens in historischen Räumen. Das Wohnhaus wird mit einer Sole-Wasserwärmepumpe beheizt und verfügt neu über eine mechanische Be- und Entlüftung. Wer das Haus betritt, sieht einen wiedererstrahlten bäuerlichen Prachtbau. Die statische- und bauphysikalische Ertüchtigung des Gebäudes ist schwer erkennbar. In unzähligen Stunden wurde das baufällige Gebäude in 18 Monaten erneuert. Die Umgebung wurde den Bedürfnissen der heutigen Wohnnutzung angepasst. Ziel war eine schnörkellose Gesamtanlage mit wenigen hochwertigen Materialien. Eine grosse gepflasterte Platzfläche verbindet die Gebäude und dient als Eingangs- und Verbindungsbereich. Die Struktur des historischen Gartens wurde erhalten und ergänzt. Wichtig sind die Abtreppungen, die mit Sandsteinmauern verschiedene Niveaus bilden. Am untersten Ende an der Südostecke der Gartenmauer wurde leicht versteckt ein grosszügiges Schwimmbecken eingebaut.

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